Biggi
ist immer eine, nicht nur virtuelle, Überraschung gut. Sie hat mich
auf die Spur von der kleinen Anna-Elisa
gebracht. Das ist ein Mädchen, das in zartem Alter von sieben Jahren
schon kleine Geschichten schreibt. Offenbar liebevoll von ihren Eltern
gefördert, entwickelt sie auf ihren Internet-Seiten fantasievoll und
mit dem offenen Blick für die kleinen Dinge im Leben klitzekleine
"Storys", wie man heute sagt.
Das erinnert mich an Zeiten, als ich noch ein Junge war und von meinen
Eltern nur "Micke" genannt wurde. Auch ich habe in ähnlicher
Weise zu schreiben begonnen, habe Geschichten nachgeschrieben, die mir
meine Großmutter erzählt hat, mein längst verschollenes
Erstlingswerk vom Hund Purzel und später Gedichte von Liebesfreud'
und -leid geschrieben. Erst viel später wurde die Sache dann ernster.
Ich arbeitete ehrenamtlich in einer Betriebszeitungsredaktion und war
in Organisationen für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig,
bevor ich einen "richtigen" Beruf,
Archivar, erlernte und (sehr gern) ausübte. Dass mein Weg dann doch
noch zum Journalismus geführt hat, ist den Zeichen der Zeit
geschuldet. Vielleicht war es aber auch ein wenig Bestimmung, ohne das
Wort an sich überstrapazieren zu wollen.
Bemüht habe ich mich aber sowohl als Archivar als auch als Journalist
immer, meine eigene Note,
meinen eigenen Stil in den Beruf einzubringen. Nicht ohne Fehler,
nicht ohne Kritik und nicht ohne Niederlagen. Aber mit der Gewissheit,
mir selbst treu geblieben zu sein. Als Herausgeber einer eigenen
Wochenzeitung habe ich 1994 einen "Leitartikel" unter dem
Titel "Suchet der Stadt Bestes" geschrieben. Ein Leser hat
eben diese Zeile ausgeschnitten, auf Pappe aufgeklebt und mir mit dem
Zusatz "Philosoph & Reporter" zugeschickt. Das hat mich
berührt und ein wenig stolz gemacht, weil ich Anerkennung darin sehe.
Eben dieses Kärtchen liegt noch heute auf meinem Schreibtisch:
Was hat das alles mit Anna-Elisa zu
tun? Ganz einfach: sie möge ihren Weg im Leben gehen, das Leben
und das Schreiben im besten Sinne des Wortes lernen und sich nicht
verbiegen lassen. Sie möge sich ihre Unbekümmertheit
weitestgehend erhalten, Freude empfinden, Leid kennen- und damit
umgehen lernen, Liebe und Freude empfinden und weiter geben und
die Schatztruhe deutscher Sprache erkunden...
