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Ich lese gerade: "Septimus Heap: Magyk" von Angie Sage

Septimus Heap: Magyk

 

Der Zauber vom Dachboden


02.05.2006 /20.15

Natascha ist wie in jeden Sommerferien zu Besuch bei ihrem Großvater. Sie verstehen sich prima, doch auch in diesem Jahr verbietet ihr der Großvater, auf den Dachboden zu gehen:
„Versprich mir, Natascha, dass du niemals diese Tür öffnest“, spricht er streng und zeigt auf die alte morsche Bodentür. Zu gern wüsste sie, was sich dahinter verbirgt. (Ende Vorgabe Paul Maar)

Wenige Tage hält sie es aus, doch dann muss sie es erfahren. Sie wartet die Nacht ab. Als sie hört, dass ihr Großvater ins Bett geht, schleicht sie die Treppen hoch zum Dachboden. Doch an der Tür hängt ein Schloss. Was soll ich denn jetzt nur tun? Fragt sie sich selbst. Da fällt ihr ein, dass ihr Großvater ja eine Schlüsselsammlung angelegt hat. Schnell huscht sie zur Kommode, macht die zweite Schublade auf und holt ein Kästchen mit mindestens 99 Schlüsseln heraus. Sie probiert alle Schlüssel aus. Als Natascha schon ganz verzweifelt ist, passt endlich einer der Schlüssel.
„Endlich!“ atmet sie erleichtert auf. Nun kann sie das Schloss öffnen. Leise knarrend geht die morsche Tür auf. Doch dieses leise Knarren hört sich für Natascha in der Stille wie ein lauter LKW an. Vorsichtig lugt sie in den Raum und ihre Augen werden immer größer als sie sieht, was in diesem Raum verborgen ist. Ein riesengroßer Ständer befindet sich in der Mitte des Raumes. Auf diesem Ständer liegt ein großes magisches Buch, das sehr geheimnisvoll aussieht. Natascha geht vorsichtig zu dem Ständer und entdeckt, dass an dem Buch ein Schloss befestigt ist. Ihr erster Gedanke: Nicht schon wieder ein Schloss! Doch zum Glück liegt gleich daneben ein golden schimmernder Schlüssel. Damit lässt sich das Buch mühelos öffnen. Die Seiten sind vergilbt und halb zerrissen. Eine verschnörkelte Schrift ist schwer zu entziffern. Die ersten Zeilen verheißen Geheimnisse eines anderen Jahrhunderts:
Wenn du dich in eine andere Zeit versetzen willst, lies aufmerksam die nächsten Seiten. Hexen, verrückte Fabelwesen und Zaubereien warten auf dich. Vorsichtig und voller Erwartung schlägt Natascha die nächste Seite auf: Befolge diesen Zauberspruch und du kommst in das Jahr 1440: Willst du durch dieses Buch reisen, darfst du vorher nicht viel speisen. Nun springe durch das Loch im Buch und rufe laut: “Huch!“ „Nanu“, fragt sich Natascha. „Das ist ja sehr merkwürdig!“ Plötzlich fühlt sie einen Blick in ihrem Rücken. Langsam dreht sie sich um. Vor ihr steht … ein Junge! „Hallo, ich heiße Jungju und du?“ „ Ha Hallo, ich bin Natascha,“ stößt sie mit Mühe hervor. „Woher kommst du und wer genau bist du?“ wundert sich Natasch jetzt schon etwas ruhiger. „Ich wohne hier oben und bin Zauberlehrling,“ antwortet Jungju.
„Und das hier ist das Zauberbuch des mächtigen Zauberers Merlin, der allerdings gestorben ist.“ „Aha!“ begreift Natascha so langsam. „Und ähm … bist du schon mal durch das Buch gereist?“ „Nein,“ ich … habe mich nicht getraut!“ gesteht er.
Plötzlich wird es hell in der Dachbodenkammer. „Die Sonne geht auf!“ schreit Natascha halblaut, aber entsetzt. „Ich muss schnell ins Bett, sonst merkt mein Großvater, dass ich auf dem Dachboden war!“ „Pass auf!“ ruft Jungju und schlägt schon das Zauberbuch auf. „Hier!“ er liest den Text von der Seite vor, die er aufgeschlagen hat:
„Hokuspokus, hatschi fratzi, wir sind nun in deinem Zimmer!“ Auf einmal wird alles bunt um die beiden und nach ein paar Sekunden sind sie in Großvaters Gästezimmer. Da steht auch schon Nataschas Bett mit der Pferdebettdecke und dem Pferdekopfkissen. Jungju kriecht unter das Bett und Natascha legt sich natürlich ins Bett und das genau im richtigen Moment, denn jetzt geht die Tür auf und herein kommt Großvater. Er geht zu Nataschas Bett und rüttelt vorsichtig an ihr. „Wach auf Natascha!“ „Frühstück ist fertig,“ flüstert er und langsam, ganz langsam öffnet Natascha ihre Augen. Ihr Großvater ist allerdings schon wieder aus dem Zimmer gegangen. „Jungju?“ fragt sie flüsternd.“ „Hier!“ kommt eine bekannte Stimme von unten und schon steht Jungju vor ihr. „Kannst du dich auch unsichtbar zaubern ?“ fragt Natascha. „Aber natürlich!“ „Hix, hax, hux, harr ich bin jetzt unsichtbar!“ „Super!“
Natascha ist begeistert. „Los, komm mit!“ fordert sie ihn auf und schon geht Natascha los und Jungju der unsichtbare hinterher. „Guten Morgen Opa!“ begrüßt Natascha ihren Großvater. „Morgen Schatz!“ Großvater steht am Herd und kocht einen Haferbrei. Natascha zieht einen Stuhl zurück, doch nicht für sich selber: Jungju soll sich auf den Stuhl sitzen. „ Du, Opa?“ beginnt Natascha. „Du kann sich mein unsichtbarer Freund auch auf einen Stuhl setzen?“ „Na gut!“ meint Großvater lachend. Er denkt, das ist ein Spiel. „Und darf er auch ein Schälchen Haferbrei haben?“ fragt Natascha scherzend. „Na gut,“ stimmt Großvater wieder zu. Natascha geht zu ihrem Opa und nimmt drei Schüssel Haferbrei zum Tisch. Eine Schüssel stellt sie an Großvaters Platz, eine Schüssel an Jungjus Platz und eine an ihren Platz. Schnell holt sie dann noch drei Löffel. Einen für Opi, einen für Jungju und einen für sich selbst. Als sie dann alle gegessen haben, bleibt Großvater sitzen und liest Zeitung. Natascha und Jungju aber flitzen in Nataschas Zimmer und Jungju zaubert, dass nur Natascha in sehen kann. „Du, Jungjun?“ fragt Natascha. „Ja,“ antwortet Jungju. „Du Jungju kannst du denn nicht zaubern, dass das Buch hier ist?“
„Doch, doch kann ich.“ „Soll ichs jetzt machen?“ „Okay, aber zauber dann auch gleich, dass das Zauberbuch unsichtbar ist.“ Jungju murmelt etwas vor sich hin, dann erscheint vor Nataschas Augen das Zauberbuch. Wieder murmelt Jungju wieder etwas vor sich hin, doch nichts verändert sich. „Ist es denn jetzt für meinen Opa unsichtbar?“ fragt Natascha neugierig. „Ja, nun ist es unsichtbar für deinen Opa,“
antwortet Jungju ihr etwas stolz. Vorsichtig schlägt Natascha eine Seite auf. Sie liest den Zauberspruch laut vor: Ein Anfängerfehler. Denn jetzt wird es um die beiden bunt und nach wenigen Sekunden finden sie sich in komischen Gewändern in einer kleinen Gasse wieder. „Wo sind wir hier?“ fragt Natascha ein klein wenig ängstlich.
„Schätze mal so im Jahre 1750!“ antwortet Jungju. Ganz beeindruckt von den vielen alten Häusern. Vorsichtig gehen sie aus der Gasse raus und hören auf einmal wunderbare Musik. „La, lala, lala, la, la, lala, la, la. la, la, la …” “Das ist doch …
Ja, das ist eine kleine Nachtmusik von Johannes Chrysostomus, Wolfgangus Thephilos Mozart!“ erklärt Natascha beeindruckt. Sie gehen näher. Plötzlich hört die Musik auf und Mozart persönlich guckt aus dem Fenster!

Wie es weiter geht, erfahrt ihr in meiner nächsten Geschichte.


Anna-Elisa nach einer Vorgabe von Paul Maar

 

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